Kurzkommentar - 04. April 2018

Albert Wieland
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Kulturrevolution im Zenit*
Konterrevolution ohne Umkehr?


Spätestens als die Vertreter der Unabhängigkeit Katalaniens in die Regierung der Autonomieregion gewählt wurden, war abzusehen, dass auch in anderen Staaten Erscheinungen gleicher Art zu erwarten sind. Das rief nach langem Zögern Europa und die BRD auf den Plan. Obwohl seit über 30 Jahren vor allem die Kommunisten und Radikalsozialisten die Unabhängigkeit von Spanien betreiben, sprach man sich abgestimmt gegen die Loslösung und für den Verbleib im spanischen Staat aus und empfahl Verhandlungen, die ja schon zu dem jetzt aufgehobenen Autonomiestatut geführt hatten.

Aus Deutschland äußerte sich der Bundespräsident mit der unschwer erkennbaren Absicht, zu verhindern, dass Abfallbewegungen von früher unabhängigen Völkern im vereinten Europa zu einem Flächenbrand würden. Seine Ausführungen liefen darauf hinaus, dass diese Bestrebungen angeleitet seien von dem Willen, sich gegen den Fortschritt durchzuhalten und das Eigene für besser zu halten. So wurden also die katalanischen Genossen, die unzeitgemäß wieder zu einem selbstbestimmten Volk werden wollen, um der europäischen „Staatsräson“ willen im Regen stehen gelassen. Lediglich die Schmutzpropaganda und die Anprangerung als Faschisten und Populisten durch Medien wurde ihnen erlassen. Nicht nur die sozialistischen Betreiber der Loslösung blieben ungenannt, sondern Begriffe wie Volk, Identität oder Kultur kamen als mögliche Motivation für die Unabhängigkeitsbestrebungen ebenfalls nicht vor.

Die Äußerungen des Bundespräsidenten sind aber in mehr als einem Sinne aufschlussreich. Was ist daran verwerflich, wenn man in seinem Volk mit seinen Freunden und Nachbarn Freud und Leid teilen kann und diese Lebensart für besser hält als andere? Der Dichter Gottfried Keller (1819-1890) formlierte das einmal so: „Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe“! Wenn Fortschritt bedeutet, dass auch das, was richtig und erfolgreich war, weggeworfen wird, dann gleicht das einer erntelosen Landwirtschaft. Das könnte dazu führen, dass wir früher oder später alles notwendige neu erfinden müssen. Für ein Hochtechnologieland, das zu einem Großteil vom Export lebt, ist das potentiell existenzbedrohend. Dessen Gründungsimpuls war ein Vertrauen „auf einen gnädigen Gott“, der seinen Sohn gab, damit die Menschen frei von Angst sich der Welt und der Wirklichkeit zuwenden konnten. Darauf vertrauend wurden Herausforderungen angenommen und mit Fleiß, Zähigkeit und guten Ideen beantwortet. Darum beneidete uns einmal die ganze Welt. Der Führung in Peking wurde sogar geraten, dass man, beim Aufbau des postmaoistischen China zu einem modernen Staat, an der Arbeitsethik Luthers nicht vorbeigehen könne.

Gegenläufig greift bei uns eine Retardierung und Infantilisierung der Technologie, moralisch veredelt mit „umweltschonend, nachhaltig, nachwachsend usw“. Das bedeutet, dass Herausforderungen nicht mehr mit Ideen, Fleiß und Beharrlichkeit bearbeitet werden, sondern aus Gründen höherer Moral ignoriert oder sogar aus ideologischen Gründen verweigert werden. Der „Zeitgeist“ gibt in solchen Fällen die Wirklichkeit preis und zieht sich in eine eigene Sonderwelt zurück. Möglicherweise auch deshalb, weil dort keine Fragen gestellt werden nach dem Anteil, den die Aufklärung zu der Ökologie- und Naturkrise beisteuert durch die Massenproduktion auch von überflüssigen und unnötigen Konsumgütern für das Dauerglück aller erfüllten Wünsche und Bedürfnisse. Hilfreich unterstützt durch eine „Befreiung“, die Millionen Ungeborener daran hindert, lästige Geborene zu werden, oder Fragen nach dem Dauermissbrauch des unseligen Erbes des Nationalsozialismus stellt. Niemand fragt auch nach dem Verlust der Fähigkeit, die den Menschen, als neuem Maß aller Dinge über Faktenwissen hinaus nach Weisheit streben lassen, statt Verhaltenszüge auszubilden, wie man sie von schwärmerischen, wirrgläubigen Sekten kennt. Eine Aufklärung, die ihre Fehler, ihre Schwächen und Irrtümer, also ihre Grenzen nicht kennt, kann auch nicht an deren Korrektur arbeiten. Deshalb darf bezweifelt werden, ob das Projekt Aufklärung so in dem dahinschießenden Strom der Zeit noch länger Bestand haben kann. Die sinkende Orientierungsfähigkeit und die Abwendung von den Ideen, die uns heute beherrschen, lässt aber genau darauf schließen. Mit der Aufklärung wurde auch eine ganz bestimmte Art des Umgangs mit Wissen tradiert. Die abstrakt-rationale Betrachtung der Wissensgegenstände, besonders in den Naturwissenschaften, breitete sich in der ganzen abendländischen Kultur überlagernd und beherrschend aus. Die ausschließliche Mathematisierung von Forschung und Lehre prägte den kalten aufklärerischen Materialismus, der auch das unverwechselbar Besondere mit dem Allgemeinen gleichmachte. Die aufwendige nachträgliche Moralisierung kann nicht das leisten was Hegels Dialektik hervorbrachte, dass das Besondere und das Allgemeine ihre jeweilige Bedeutung behielten und sich nicht gegenseitig beschädigten. Die Aufklärung hebelte auch das Christentum aus und setzte auf Wissenschaft, speziell Naturwissenschaft, zur Bestimmung von Wahrheit und sog. Werten. In der Folge entstand aber nicht die erwartete, religionslose Wissenschaftskultur, sondern eine Kultur, in der die Wissenschaft in religiöse Funktionen gedrängt wurde. Diese Bewegung ist inzwischen auf dem Höhepunkt von Macht und Einfluß angelangt. Darunter versteht man einen Zustand, in dem konkurrierende oder widersprechende Theorien entweder diskreditiert, oder deren Forschung und Lehre durch Schließung von Lehrstühlen beendet wurde. So wurde das christliche Abendland seiner Wurzeln im jüdischen Monotheismus, der antiken Philosophie, der römischen Rechtskultur und des Christentums beraubt und sein Vollzug unterbunden. Wenn dann darüber hinaus diese Theorien und Themen aus den Bildungsplänen gestrichen oder übergangen werden, ist der Einfluss beherrschend, der konkurrenzlos geworden ist. Eine solche Mehrheitsmeinung als Konsenswahrheit wird fast von selbst zur Einheitsmeinung, die die Vielfalt einer demokratischen Wiese zum reglementierten Rasen mit gleicher Halmlänge macht. Der Tübinger Soziologe Ernst Bloch befürchtete nach dem Sieg des Sozialismus durch dessen umfassende Reglementierung eine Verödung und Banalisierung des Lebens. Zeichnet sich das nicht schon ab in einer öffentlichen Debatte, die immer mehr einer Chorprobe gleicht zum Absingen indoktrinierter Konsenswahrheiten? Nur die Intellektuellen selbst definieren, was Fortschritt, Stillstand und Rückschritt ist, mit dem Eichmaß, dass nur das ist und gilt, was der Mensch begreifen kann. Der Umgang der Intellektuellen mit dem Wissenskanon ist also selektiv und beherrschend. Das bedeutet, dass Bildung und Meinungsbildung auf allen Ebenen der Öffentlichkeit und der Politik nach den Vorstellungen der Intellektuellen stattfindet, die entscheiden, wann über welche Themen, wie diskutiert wird und mit welchem Ergebnis. Das berechtigt die Feststellung, dass diese Bewegung sich im Zenit ihrer Möglichkeiten befindet, obwohl sie nicht nur den Nationalsozialismus, sondern auch den Sozialismus-Kommunismus, als auch den jetzt herrschenden Anarcholiberalismus mit seiner universalen Menschenrechtsideologie überhaupt erst erfolgreich gemacht hat. Wie lange dieses Hoch andauert ist ungewiß; aber jede künftige Veränderung bedeutet für diese Bewegung Niedergang. Das könnte zu der Entwicklung führen, die Goethe so beschreibt: Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt.

Angesichts dieser Lage können nachdenkliche Anhänger der Aufklärung durchaus verstehen, welchen Ausweg Günter Rohrmoser mit der nachzuholenden Aufklärung über die Aufklärung gefunden hat. Wer die Aufklärung für unaufgeklärt über sich selbst hält, und das als einen Mangel darstellt, muss Auskunft geben, warum es besser wäre, dass die Aufklärung über sich selbst aufgeklärt wäre. Was also verändert sich durch diese Selbstaufklärung? Wer seine Fehler, Schwächen und Defizite kennt, kennt damit seine Grenzen. Zum einen weiß man dann sicher, was man kann und was nicht, eine unverzichtbare Voraussetzung, um daran zu arbeiten diese Grenzen hinauszuschieben. Das Wichtigste ist aber, dass nur auf dem Weg der Konfrontation mit den eigenen Defiziten und Grenzen Demut entstehen kann, die die Wurzel aller Menschlichkeit und Barmherzigkeit ist. Den Aufklärern kann man vieles vorwerfen, aber von Demut wissen sie nichts. Darin besteht auch das Hauptdefizit der Gesellschaftswissenschaften, die als Naturwissenschaften konzipiert sind und die Ausfälle und Leiden der Menschen, die nur im KZ und im Gulag mathematisierbar sind, eher verwalten als heilen. Oder die Natur- und Ökologiekrise, auf die die Umweltschützer reagieren. Unter dem Einfluss der Aufklärung wurde die Natur wie ein beliebig ausbeutbares Rohstofflager geplündert und da deren Verbrauch nicht in geschlossenen Kreisläufen stattfand, wurden Unmengen sog. Abfälle erzeugt und in der Natur deponiert. Nachdem die Kumulation der Problematik bedrohliche Ausmaße annahm, wurde die Umweltschutzbewegung in Gang gesetzt, die mit dem gleichen Rationalismus, der die Ausbeutung angeleitet hat, nun die schwer versehrte Natur und Ökologie überlagernd „retten will“. Wir stehen vor der Tatsache, dass ausgerechnet die Theorie die Schäden jetzt beheben will, die sie zuvor selbst mitverursachte aber alle möglichen Ersatzhafter und Schuldigen vorzuweisen hat, nur nicht ihren eigenen Anteil an der Verwüstung. Das bedeutet aber, dass bisher keine kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen des Übels selbst stattgefunden hat, sondern diese Theorie beansprucht, die Schäden allein beheben zu können. Die Scheindemokratisierung in NGO´s und Umweltschutzverbänden soll Vielfalt dokumentieren, ist aber tatsächlich eine Gesinnungsherrschaft. Man muss damit zur Kenntnis nehmen, dass die aufklärerische Theorie in der Umweltkrise nur das Vorzeichen gewechselt hat, da keinerlei Anzeichen für ein Umdenken erkennbar sind.

Noch so viele Flüchtlingsunterkünfte, Armenhäuser, Suppenküchen und Waisenhäuser können kompensieren, dass der Natur schwere Schäden zugefügt wurden und viele idealistische Initiativen nur dem schönen, politisch korrekten Schein dienen. Wenn dann noch Talent, Begabung und schöpferische Energie eingesetzt werden für Geisterbahnprojekte, wie die Erderwärmung auf 20 C zu begrenzen, Millionen Tonnen CO2 einzusparen und Ernährungs- und Verdauungstätigkeit von Mensch und Tier zu beeinflussen, um klimaschädliche Gase zu verhindern, ist die Realität aufgegeben und die Debatte in ein Öko-Disneyland entwichen.

Dazu noch einmal zur Erinnerung: Klimawandel zwischen Eis- und Warmzeiten mit gemäßigten Übergangsphasen findet nachweisbar alle ca. 15.000 Jahre statt und wird im Wesentlichen von der Sonnenfleckentätigkeit gesteuert. Statt das nüchtern zur Kenntnis zu nehmen, die Vorteile einer beginnenden Warmzeit zu nutzen und die zu erwartenden Nachteile zu mildern wird dieses Naturphänomen wie seit der Steinzeit üblich quasi religiös, von einer politischen Bewegung benutzt, um Menschen zu verängstigen und mit Wunschdenken willfährig zu machen für jene, die vor dem dramatisch Befürchteten zu retten vorgeben.

Von der Aufklärung mit ihrer integrierten Friedensbewegung hat der Sozialismus auch die Wendung gegen das Volk übernommen. Die Begründung ist, dass die Völker mit ihren Rivalitäten, Befreiungs- und Eroberungskriegen zu viele Opfer gekostet hätten, weil sie sich fast permanent bekämpfen. Wer die europäische Herkunftsgeschichte betrachtet, kann dieses Argument nicht von der Hand weisen. Tatsache bleibt aber, dass diese punktuelle Richtigkeit Volk nicht einmal annähernd und vor allem nicht vollständig definieren kann, sondern nur pauschal verallgemeinernd verurteilt. Die wichtigste und größte Hervorbringung der Überlebensgemeinschaft Volk ist die Demokratie. Die Vorteile der Staaten mit „Volksherrschaften“, Rechtsstaat und Gewaltenmonopol sind gegenüber allen anderen Staatsformen weltweit offensichtlich. Aber wie wäre Demokratie ohne demos, das Volk überhaupt denkbar? Der leblose Formalismus ideologisch bevormundeter „Demokraturen“ ist selbst keine Demokratie, sondern ein dürres Regelgerüst für Beherrschung.

Diese Festlegung auf Frieden hat die Großideologien der Aufklärung aber von keinem Befreiungs- und Bürgerkrieg zur Durchsetzung ihrer Ziele abgehalten, mit Opferzahlen, die die imperialistischer Kriege sogar übertreffen. Wie erwähnt bestehen Völker als Überlebensgemeinschaften noch heute in unterschiedlichen Staatsformen weiter, während Staaten, die auf den Großideologien der Aufklärung, vor allem des Sozialismus aufgebaut wurden, im Chaos ihres Versagens untergegangen sind. Das gilt auch für China und Kuba, die durch die Hintertür längst kapitalistisch geworden sind, denn die Alternative wäre vielleicht so etwas gewesen, was Nordkorea der Welt vor Augen führt. Entgegen der Propaganda stehen wir vor der Tatsache, dass „Volk“ noch heute das Überleben vieler Menschen in Freiheit sichert, während die aufklärerischen Ideologiestaaten, immense Schäden hinterlassend, auf der ganzen Linie gescheitert sind. Es ist einer näheren Betrachtung wert, dass selbst hochintelligente und belesene Linke diese fazitären Betrachtungen verweigern und wie Spielsüchtige weiter machen bis zum vorhersehbaren Ruin. Dies liegt wohl daran, dass der Glaube, einen sicheren Weg zum Glück der Menschheit zu kennen, zur Rechtfertigung wurde, um den Menschen, in einer Welt voller Willkür und Ungerechtigkeit, dieses Glück auch gegen deren Willen aufzuzwingen, notfalls durch Umerziehungslager und Leichenberge.

Nachdem Technik und Naturwissenschaften unter dem Einfluss der Aufklärung auch die schrecklichsten Massenvernichtungsmittel der Menschheitsgeschichte entwickelt und angewendet haben, ist auch das Friedensargument des Sozialismus entwertet. Man kann im Analogschluss sogar sagen, wer gegen Volk ist, ist auch gegen Demokratie und verwechselt Frieden mit der Angststarre in einer Despotie und bindungslose Vereinzelung mit Freiheit.

Immanente lernunfähige Unfehlbarkeit und ihre Ursachen gehört zu den gefährlichen Schwächen der Aufklärung, die über alles und jedes unablässig aufklärt, nur nicht über die Aufklärung selbst, wie der Sozialphilosoph Rohrmoser nachwies. Wir leben also mit einer Aufklärung, die über ihre Grenzen, ihre Gefahren, Schwächen und Fehlleistungen nichts wissen will. Wem das zweifelhaft erscheint, sollte den öffentlich geförderten hedonistischen Anarcholiberalismus um das „Schwarze Loch“ des Genderismus in unserer Kultur betrachten. Oder die Regionen, die an der Grenze zur gesetzlosen Unregierbarkeit entlangtaumeln, oder Völker, die die Selbstbestimmung über ihr Schicksal zu verlieren drohen, weil Manipulationsstrategien durch Falschinformation, Fehlbewertung und Auslassungen die politische Willensbildung vor Wahlen so beeinflussen, dass Abstimmungsergebnisse sogar Züge der Selbstzerstörung tragen können. Es könnte deshalb über kurz oder lang zu einer Lage kommen, in der Staaten, die überleben wollen, keinen anderen Ausweg mehr sehen können, als die Aufklärung und ihre Großideologien zu unterdrücken. Diese Entwicklung zeichnet sich für die Kulturrevolutionäre im Russland Präsident Putins und den USA Präsident Trumps offensichtlich schon ab. Von Europa ausgehend greift die Internationale der kulturrevolutionären Bewegung diese an, wie wenn ein Appell „Intellektuelle aller Länder vereinigt euch“, ergangen wäre, um mit diskriminierenden verächtlichen Schmähungen und Randale diese Präsidenten angeblich im Namen der Völker zu attackieren. Einer der Aufklärer über den Sozialismus, George Orwell, ein „Biermann“ seiner Zeit, beschrieb – in der neuen von der Umwertung aller Werte veränderten Welt – so eine gesteuerte Empörung in seinem Werk „1984“ als „Hasswochen des Liebesministeriums“.

Nachdem die Revolution die Macht erobert hatte, wurden sogenannte Kader geschult, deren Aufgabe es war, mächtige Menschen, Firmen und Parteien zu identifizieren, anzugreifen und nach Möglichkeit zu liquidieren, um das zu verhindern, was Lenin aber auch die anderen sozialistischen Führer bis heute fürchten, eine Konterrevolution. Dieses Schreckgespenst wurde argumentativ damit begründet, dass der Sozialismus, auf dem Weg zum Kommunismus, die Erfüllung der Geschichte und ihre Vollendung bewirken würde. Dieses angeblich greifbar nahe Glück der Menschheit musste mit allen Mitteln gegen die, die die Revolution bekämpfen oder abbrechen wollen, durchgesetzt werden, wobei der edle Zweck alle Mittel heiligt. Scheitert ein Angriff der kommunistischen Revolutionäre, wie in Chile, so sind nicht Fehler der Theorie oder der Revolutionäre dafür verantwortlich, sondern die Konterrevolution. Es wird keine Fehlersuche geben, eine Verbesserung schon gar nicht, denn das wäre Revisionismus und würde genauso verfolgt wie Konterrevolution. So beginnt das gleiche Spiel immer wieder unverändert neu.

Jahrzehnte nach dem Sieg der Militärs, die mit gnadenloser Härte in Chile die kommunistische Revolution niederschlugen, fand jetzt in einem Schauprozess die finale Abrechnung mit dieser Konterrevolution statt. Daraus wird ersichtlich, dass es für die Revolution unterschiedliche Arten von Opfern gibt. Die verbrecherischen unverzeihlichen Opfer der Konterrevolution und die zwar bedauerlichen, aber unvermeidlichen Opfer der Revolution auf dem Weg zum Menschheitsglück. Diese Linie zieht sich durch bis in die Neuzeit. So wurde z.B. auf einem evangelischen Kirchentag die Frage gestellt, wie man sich verhalten solle gegenüber den Morden des Hitlerregimes und den um vieles höheren Opferzahlen des Stalinregimes. Ein evangelischer Theologe beantwortete diese Frage vor dem Plenum dieses Kirchentages. Seine Ausführungen liefen darauf hinaus, dass sowohl Hitler als auch Stalin gemordet hätten, Stalin sogar viel mehr, dieser aber trotzdem vorzuziehen sei, weil er mit schlechtem Gewissen gemordet habe.

Mit dieser verknechtenden und selbstverknechtenden Kausalmechanik trieben und treiben sich die Revolutionäre nicht nur gegenseitig an, sondern brachten sich auch dafür um. Bis heute kann man diese hassgeladenen Aggressionen von linken Intellektuellen erleben, wenn sie die konterrevolutionär verdächtigen Präsidenten Trump, Putin oder die AfD angreifen. In ihrem Eifer, eine aus ihrer Sicht drohende Konterrevolution zu verhindern, wurde übersehen, dass man damit eine der gewagtesten Thesen des amerikanischen Präsidenten, der von einer internationalen Verschwörung sprach, bestätigt. Ziel dieser Kampagne ist auch ohne die Hilfe einer Sowjetunion die Wiederherstellung des ideologischen Status Quo, also Machtrückgewinnung und -ausweitung. Angestrebt sind dafür auch eine Art „Internationale Rote Garden“, die, daueralamiert, jederzeit angriffsbereit losschlagen können, gegen alles und jeden, die man ihnen als konterrevolutionär bezeichnet. Hamburg mit den G20-Krawallen war dazu ein anschaulicher Vorlauf.

Der Begriff „Kulturrevolution“ bezeichnet eine modifizierte Vorgehensweise des gleichen Grundmusters und es sollte nicht vergessen werden, dass wir es mit subversiv arbeitenden Linksradikalen zu tun haben. Paradebeispiel ist der seit Jahren laufende ideologische Angriff auf die Schweiz. Nach dem Muster des Nationalsozialismus vorgehend, fand man auch heute schweizerische Kollaborateure. Die BRD und die EU unterstützen flankierend diese Minderheit, die gegen die freiheitlichste Demokratie und gegen die Selbstbestimmung des schweizerischen Volkes arbeitet. Blauäugige Mitläufer hat es bei allen machtversessenen Bewegungen, auch wegen der Beute, schon immer gegeben, wobei die Fakten über diese „Ersatzreligion“ offen gelegt, bekannt und allgemein zugänglich sind, aber keine Rolle zu spielen scheinen in dieser Mitläuferszene. Wieder einmal werden utopische Schwärmereien den ernüchternden grausamen Nebenwirkungen dieser „Kulturkrankheit“ und möglichen daraus zu ziehenden Konsequenzen vorgezogen. Für ersatzreligiöse Bewegungen gibt es nur dann keine Möglichkeit des Festhaltens oder Wiederherstellens, wenn sie auf einen stärkeren Glauben treffen. Die latente Bedrohung, auf einen solchen Glauben mit inquisitorischer Gewalt zu reagieren, steht zwar im Raum, aber über Repressionen wagt sich derzeit noch niemand hinaus. Ist ein solcher Prozess der Delegitimierung in Bewegung geraten, ist er nicht mehr umzukehren, nur zu verschleppen, was lediglich das Maß an Opfern und Schäden beeinflusst, bevor das Unvermeidliche eintritt. Die Alternative wäre, wie auch der Sozialphilosoph Rohrmoser sagte, die besten Ergebnisse der Aufklärung vor der Aufklärung selbst zu retten, die überfällige Aufklärung über die Aufklärung nachzuholen, um endlich ihre augenfälligen Grenzen, Fehler und Schwächen aufzuarbeiten. Unübersehbar ist aber, dass die Priesterherrschaft der Intellektuellen, wie dies Kurt Schelsky ausdrückte, in einer Verfassung ist, in der sie Fehlentscheidungen weder einzugestehen braucht noch glaubt, diese korrigieren zu sollen. Notfalls wurde als ultima ratio das Prädikat „wissenschaftlich“ vergeben, so dass der Eindruck entstand, dass für jeden beliebigen Zweck und jedes beliebige Anliegen Wissenschaftler zu finden sind, sofern man entsprechende Honorare aufbringen kann. Bei zu vielem stellte sich heraus, dass es nicht Wahrheit enthielt, sondern der Welt des Scheins zuzuordnen war. Das erschütterte die Intellektuellenherrschaft im Urteil des Volkes viel mehr als die manipulierende „Lügenpresse“. Man hält sie für abgehoben in eine Sonderwelt, die mit dem Alltag nichts mehr zu tun hat, trotz schicker Proletarismen und Schmusekurs mit den gern zitierten „einfachen Leuten“. Es bleibt zu hoffen, dass Wissenschaft als ein Weg des Erkennens beim Abbau des hybriden Intellektualismus keinen Schaden nimmt, sondern zur Gelehrsamkeit zurückfindet, die ihre Grenzen kennt und diese seriös d.h. mit Ideen, Fleiß und Arbeit erweitert. Der Machtanspruch und die selbstgerechte Intoleranz der Intellektuellen werden aber dagegen Widerstand leisten, um ihren beherrschenden Bedeutungsanspruch aufrecht zu erhalten.

Jede Kultur bringt ihre Zeloten, Salafisten, SS, Rote Garden, Milizen, Spartaner und vergleichbare Gruppierungen hervor. Diese werden durch Kaderschulung zum Hass auf Feinde fanatisiert, die sie mit allen Mitteln bekämpfen sollen. In der BRD sind diese Zeloten geteilt in die ideologisierten, sozialhilfebesoldeten Berufsdemonstranten, die auf Stichwort in der erwarteten Anzahl und mit den ausgegebenen Parolen vor den Objektiven der Kameras und den Mikrophonen an Volkes statt Gastspiele geben. Zum anderen die intellektuellen Kulturrevolutionäre in den Medien und Institutionen der Wissenschaft, Bildung und Meinungsbildung, die sie flächendeckend beherrschen.

Mit deren gegen orientierungslose bürgerliche Parteien erfolgreich durchgesetzter „Bildungsreform“ schwindet aber auch allgemein die Fähigkeit, Thesen denkend aufzunehmen und folgerichtig zu verarbeiten. D.h., dass auch ideologischer Input beginnt folgenlos in dem Leerlauf zu versickern, der eintritt, wenn das nicht wissen des Nichtwissens das Denken zu bloßer Repetition verflacht. Das wurde bisher als unvermeidbar hingenommen als Folge des Werdens und Vergehens in einer Welt, in der alles fließt, aber vielleicht hat man auch ein Menetekel übersehen.

Diese Welt, durch das Wort aus dem Nichts gerufen, wird geordnet und zusammen gehalten u.a. durch die Bedeutungshierarchie, die nur eine Kultur vermitteln kann. Wenn nun eine kulturrevolutionäre Bewegung diese Bedeutungshierarchie, wie in unserem Fall, durch Gleichmacherei zerstört, tritt Angst und Verunsicherung darüber auf, wie es weitergehen soll. Die These der Kulturrevolutionäre, dass man mit Hilfe ihrer Theorien einfach weitermachen könne wie gehabt, und es ginge dann mindestens so gut, wenn nicht gar besser, hat sich bis heute noch nicht belegen lassen. Der Philosoph Rohrmoser ging dagegen wie Nietzsche davon aus, dass wenn man sich von dem Wort, das alles aus dem Nichts rief, entfernt und es ignoriert, auch alles dorthin zurückkehrt woher es kam, ins Nichts. Günter Rohrmoser sprach deshalb von einer Furie des Verschwindens in unserer Gegenwart. Auf keinen Fall aber weiter so, oder gar besser wie gehabt. Das bewegte vielleicht u.a. den Chefideologen Bisky, der alle Häutungen der SED bis zur heutigen LINKEN überstand, in Berlin gegen die Abschaffung des christlichen Religionsunterrichtes zu plädieren, weil er befürchtete, dass ohne die Bildersprache der Bibel Sozialismus nur schwer oder gar nicht zu vermitteln sei.

Nun ist im Gedenken der Reformation Martin Luthers eine analoge Entwicklung bei der kulturrevolutionären Bewegung zu beobachten, die auch auf die Anfänge der Kaderschulung zurückgreift, vorwiegend bei Lenin. Dieser schärfte seinen Berufsrevolutionären ein, dass das heiligste und wichtigste im Kapitalismus das Geld sei. U.a. hielt er die Kader an, mit den Kapitalisten Handel zu treiben, weil die damit den Strick finanzierten, mit dem man sie aufhängen würde. Das geschah so auch am Anfang der Sowjetherrschaft, endete aber früh, als immer größere Teile der Profite von der „Nomenklatura“ gestohlen und verprasst wurden. Eine weitere Lektion Lenins verzeichnet dagegen heute durchschlagende Wirkung. Wie gesagt, wurde den Berufsrevolutionären klar gemacht, dass Geld im Kapitalismus heilig sei und wenn sie der Führungsschicht der Kapitalisten und Ausbeuter falschen oder sogar kriminellen Umgang mit Geld nachwiesen, würden ihre Völker das Vertrauen in ihre Führer verlieren und sich somit die Bedingungen für eine Machtübernahme verbessern. Die „Nummernkontenaffäre“ in der Schweiz, die „Panama Papers“ und jetzt die „Paradise Papers“ sind fast triumphale Bestätigungen dieser These. Federführend wie eine Art Politkomittee treten in dieser straff organisierten Aktion NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung auf, die aus „staatsbürgerlicher Verantwortung“ der Bundesregierung die mit dubiosen Mitteln beschafften Daten zur Verfügung stellen. Reiche Journalisten, Redakteure, Moderatoren und linke Prominente kommen erstaunlicherweise in diesen überarbeiteten Listen nicht vor. Lediglich Altkanzler Schröder, der national und international unangreifbar ist, wurde am Rande erwähnt. Diese Orgie des Schnüffelns, Beschuldigens und Tribunalisierens deckt zwar Übles auf, und macht es politisch behandelbar, verfehlt aber noch den Zweck, mit finanziellen Machenschaften von Demokraten die Gefahren der totalitären Ideologie zu verharmlosen.

In Zeiten wie diesen, wenn Bindekräfte, die Zusammenhalt bewirken, gekappt werden, Institutionen sich beginnen aufzulösen, die Sittlichkeit zerfällt und damit ein gemeinsames Ganzes schwindet, kehren Völker zu den konservierten Wurzeln ihrer Herkunft mit dem Ziel der Neuorientierung zurück. Dieser Weg scheint uns aber versperrt, da die Theologen und Kirchenführer den Monotheismus, dass es nur einen Gott gibt, de facto verlassen haben. Selbst hohe Kirchenführer verteidigen inzwischen die „politische Predigt“, vergessend dass sie eigentlich einem eifersüchtigen Gott dienen, der nicht teilt. Dieses so veränderte Christentum konnte erfolgreich mit Ersatzreligionen brauner, gelber, grüner und roter Herkunft vermengt werden zu dieser schillernden, milde moralisierenden Sozialreligion, die politisch optimal eingebunden ist, aber die Kirchen leert. Falls das alles ist, was die Frohe Botschaft noch zu bieten hätte, dann werden die darauf festgelegten Kirchen weitere Opfer von vielen des fortschreitenden Nihilismus sein. Die Deutschen stehen also vor der alles entscheidenden Frage, ob die heilende und erneuernde Kraft des Christentums ausgeschöpft ist oder nicht.

Ein freies Volk in einem souveränen Staat entscheidet selbst, mit wem es im Krieg liegt und mit wem es in Frieden lebt, gekrönt von der eigenen freien Entscheidung, wie es seinen Gott verehren will. Ist erst der Geist der Verfassung kulturrevolutioniert ist der Buchstabe jedem Missbrauch ausgeliefert, bis zu der äußersten Grenze der Missachtung und Erniedrigung die jeden Menschen dieser Welt berechtigt, mit welchem Vorwand auch immer, Leistungen von uns einzuklagen. Wenn wir erinnern, was wir an Frieden in einem vom Gesetz geordneten Staatswesen, an geistigem und materiellem Erbe mit Füßen traten und was wir dafür eintauschten, sind wir vielleicht bereit für eine Erfahrung neuer Art. Die Größe der Demut zu entwickeln und zu dem, zum eigenen Schaden Verlassenen umzukehren.

Eine Veränderung im geistigen Überbau löst zwar selten Probleme muss aber beachtet werden. Zu den Standardäußerungen der Bundeskanzlerin gehört neuerdings ihr Bekenntnis zu der „Wertegemeinschaft“. Das schließt nicht nur die Flüchtlings- und Asylpolitik sondern den Schwulen- und Lesbenkult und auch den Genderismus ein. Das wird als Fortschritt und Befreiung dargestellt. Diese Wertegemeinschaft, immer öfter behauptet, durchläuft einen Prozess der Pauschalierung und einer Art Selbstverständlichkeit, die keine Auskunft mehr geben will über den Grund und die Wirkung aufs Ganze. Deshalb ist es erforderlich sich damit zu beschäftigen.

Nachdem das Christentum durch den aufklärerischen Rationalismus nicht mehr denkbar war, klaffte eine Lücke in der Kultur, die das Christentum vorher ausgefüllt hatte. J.J. Rousseau befürchtete, dass dieser Platz, wenn er leer bliebe, von irgendetwas besetzt würde worüber man keine Kontrolle hätte. Deshalb empfahl er eine „religion civile“, in der alle Empfindungen und Bezüge für das Land, für das Volk und die Heimat zusammengeführt würden und nannte das Nation. Ohne einen Gegenhalt in Gott entartete diese Nation in Nationalismus oder die vaterländische Instrumentalisierung mit der man sich die Bürger willfährig machte. Daraus folgt, dass die Tutoren der Bundeskanzlerin davon ausgehen, dass der Versuch die Stelle des Christentums, mit dem Intellektuellenkonstrukt Nation auszufüllen, gescheitert ist. Deshalb ist es notwendig darauf hinzuweisen, dass die „Wertegemeinschaft“ der Bundeskanzlerin nur ein weiterer Versuch ist anstelle der Nation eine andere „religion civile“ zu installieren nämlich diese sog. Wertegemeinschaft. Wie sich das auswirkt auf die nach wie vor nicht geschlossene Lücke, die das Christentum hinterließ zeichnet sich schon ab.

Fast völlig unbemerkt vollzog sich ein Wandel in der veröffentlichten Meinung, die immer noch mit monopolisierten und kontrollierten Denkpauschalen eine freie Debatte blockiert. Im Dezember entdeckten die Kanzlerin und der Bundespräsident überraschend das Volk. Der Bundespräsident bedauerte öffentlich, dass den Angehörigen und Opfern des Weihnachtsmarktanschlages 2016 in Berlin zu spät und nicht genügend geholfen wurde. Die Bundeskanzlerin besuchte mit herzlichen Worten des Bedauerns und der Anteilnahme Opfer und Angehörige. Bis dahin nur eine Selbstverständlichkeit in freien und demokratischen Ländern. Was auffiel war das Fehlen jeglichen Bezuges auf die Zeit von 1933 bis 1945 mit der man bis jetzt Katastrophen und Unglück, die die Deutschen betrafen als solchen Leuten zu recht geschehend umwertete. Seit 1945 konnten Deutsche in der veröffentlichten Meinung nur Täter, aber nicht Opfer sein. Wir stellen fest, dass damit die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident von der bisherigen Verteufelung unseres Volkes abgewichen sind, wenn auch nur aus politischem Kalkül, um sich nicht ganz aus dem Wählerpotential, das sich noch als „Volk“ versteht zurückzuziehen, das dann zur Domäne der AfD würde.

Nun hat der Bundespräsident nicht nur in seiner Weihnachtsansprache dafür geworben, dass die Deutschen sich für die Politik engagieren und ihr vertrauen sollten. In der amerikanischen Presse wurde eine Geschichte kolportiert, die man dazu heranziehen sollte. Ein Amerikaner gefragt, auf wen er sich verlasse und auf wen er vertraue zückte eine Dollarnote, wies auf den Aufdruck „In god we trust“ und sagte dazu nur „only“. Eine angemessene Antwort auf solche Fragen von Politikern die plötzlich begreifen, dass die Karten ganz anders gemischt wurden und sie ohne die Geduld des Volkes, die noch nicht in Abscheu umgeschlagen ist nicht mehr handlungsfähig sind. Die USA durch die anmaßenden Kulturrevolutionäre verärgert und im Rückzug in die „splendid isolation“, Russland dauerbepöbelt durch eine Art selbsternannter ideologischer Kontrollinstanz der europäischen linken Intellektuellen. China und Indien, die aus deutscher Sicht die völker- und menschheitsbeglückende Frankfurter Sozialphilosophie nicht mittragen, sondern nur für China und Indien Politik machen. Der Islam, der alle Vorteile mitnimmt und trotzdem in Form des Terrorismus einen religiös motivierten Guerillakrieg gegen uns führt. Was bleibt unseren Herrschenden dann noch außer dem deutschen Volk, das aber ohne seine Kultur den Erwartungen nicht entsprechen kann.

Selbst die beflissensten Anti-Antisemiten, die in ihrem Eifer am liebsten den von Hitler kontaminierten Boden austauschen würden finden nichts dabei, dass sie durch eben diesen rassistischen Nazi erfolgreich wurden. Es ist das Geheimnis des Sieges von Adolf Hitler, dass er einen neuen Typ von Revolution machte, der sog. Revolution von oben. Der von der APO unternommene Versuch Deutschland zu revolutionieren gehörte noch dem alten Typus wie der Französischen Revolution an, die das Unterste zuoberst und das Oberste zuunterst kehrte.

Die neomarxistische Revolution der APO wurde betrieben von Revolutionären, die links waren und deshalb von der bürgerlichen Gesellschaft abgelehnt wurden weil die Massenmorde Lenins und Stalins im Gegensatz zu heute noch unvergessen waren. Mit dem letzten Versuch des Typus von Revolution wie der Französischen Revolution traten die APO-Anhänger die Tür zur bürgerlichen Gesellschaft ein und deckten schleunigst ihren Nachholbedarf am Sammeln von Kapital und Statussymbolen, Rohrmoser bestätigend der stets darauf hinwies, dass Kommunisten in Wirklichkeit verhinderte Kapitalisten seien. Da man üblicherweise die Kuh nicht schlachtet von deren Milch man lebt war die Revolution gerade durch ihren Erfolg beendet.

Mit der Revolution des Hitlertyps bleiben die Strukturen unversehrt. Aber ist der Geist der Gesellschaftsordnung und der Verfassung erst einmal wegkulturrevolutioniert, ist der Buchstabe der Gesetze für ideologische Zwecke verfügbar. Nicht nur in der BRD sondern auch in der EU und in Strukturen der UNO wird nach dieser Vorgehensweise des Nationalsozialismus Politik gemacht. Abweichend von den Führern der Studentenrevolution sind die neuen aus alternativen Parteien und Bewegungen hervorgegangenen Politiker nicht bestrebt sich in die bürgerliche Gesellschaft einzugliedern. Viele von ihnen haben zahlreiche Versuche unternommen in dieser Gesellschaft Fuß zu fassen und scheiterten in ihren Studien- und Ausbildungsverhältnissen. Dann aber machte man sie mit einer „überlegenen“ Ideologie zu Politikern und sie rächten sich indem sie diese bürgerliche Gesellschaft zerschlugen und sogar billigend den Untergang ihres Volkes in Kauf nahmen. Eine Revolution, die mit Ideengut des Nationalsozialismus nach noch nicht einmal 80 Jahren das Deutsche Volk zum zweiten Mal einer gottlosen Ideologie unterwarf.

Ihr Hass auf die Deutschen ist so stark, dass sie jede Infamie, jede Geshichtsklitterung, jede Benachteiligung unterstützen, um sich an der Gesellschaft zu rächen, die sie mit ihren Fähigkeiten konfrontiert und für zu leicht befunden hat. Ihre schärfste Waffe ist eine Moral, die in ihrer sentimentalen Ausprägung kitschig, aber in ihrer politpädagogischen Form eine Erziehungsdiktatur in sich trägt, die letztlich vor keiner Form der Gewalt und Unterdrückung zurückschreckt. Als erstes fiel ihnen die christliche Familie, der Kern der bürgerlichen Gesellschaft durch die Zerstörung der Sittlichkeit und deren Gleichstellung mit allen anderen Gemeinschaftsformen zum Opfer. Dann folgten Zug um Zug Kampagnen und Gesetze, die die Ordnung der verhassten deutschen Gesellschaft auflösten. So kann man z.B. ruhig schlafen, auch wenn Hunderttausende schutzloser Ungeborener getötet werden, gerät aber in hysterische seelische Krisen wenn einigen Affen das Einatmen von Dieselabgasen zugemutet wird, um die Stichhaltigkeit dubioser Grenzwerte der Immissionen von Dieselmotoren zu überprüfen. Auch die Kulturrevolutionäre, die auf Knopfdruck ihren Anti-Antisemitismus bekunden, können sehr gut damit leben, dass sie den Sieg in 2017 dem neuen Typus von Revolution verdanken, der Hitler an die Macht brachte. Mit dem erneuten Sieg dieses Revolutionstyps wird auch der Fluch den Hitler kurz vor seinem Selbstmord über die Deutschen und ihre vollständige Zerstörung aussprach wieder akut. Eine Form dieser Zerstörung könnte so aussehen, dass der politisch instrumentalisierte Umweltmoralismus, die Fehlsteuerung und den Rückbau von Industrie und Technik so weit treibt, dass diesem Verfahren nicht einmal das standhalten kann, was der Morgenthau-Plan dem Nachkriegsdeutschland noch zugestand. Der absurde Kult mit Solidarität mündet in Gleichmacherei und kann trotz markiger Appelle nicht das ersetzen was man mit Nächstenliebe in einer Gesellschaft bessern kann. Wie könnte eine solche Revolution unseren Staat sichern und stabilisieren? Die Antwort darauf bleiben die Kulturrevolutionäre schuldig. Sie handeln „linientreu“ weil ja andere für sie denken und meinen deshalb auf die Auslegung des Logos verzichten zu können.

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